Wenn der Funktionsgraf einer Funktion [math]f(x)[/math] gegeben ist, dann kann man den Grafen der Ableitung qualitativ skizzieren. Dazu braucht man nur das grundlegende Wissen über Steigungen. [br]Die [b]Ableitungsfunktion[/b] einer Funktion [math]f(x)[/math] ist die [b][color=#980000]Steigungsfunktion[/color][/b], sie gibt an jeder Stelle [math]x[/math] an, wie groß die Tangentensteigung des Funktionsgrafen der Funktion [math]f[/math] ist.
Bei linearen Funktionen ist das Berechnen von Steigungen mit dem Differenzenquotienten möglich. Veranschaulicht wird das in der Regel mit dem Steigungsdreieck, das hier zwischen den Punkten A und B eingezeichnet wurde. Dann gilt: [math]m = \frac{\Delta y}{\Delta x}=\frac{b_y-a_y}{b_x-a_x} =[br]\frac{f(b_x)-f(a_x)}{b_x-a_x}[/math][br]
Im Beispiel oben kann man hier die „Kästchen zählen“, 3 hoch und 4 breit, also ist die Steigung [math]m=\frac{3}{4}[/math]
Wenn man Steigungen abschätzt, dann kann man sich ein Steigungsdreieck einzeichnen oder auch nur vorstellen: Eine Funktion, die „genau so schnell nach oben wie zur Seite geht“, hat die Steigung [math]m=1[/math]. Das entspricht einem Steigungswinkel von 45°.[br]Ist das Steigungsdreieck doppelt so hoch wie breit, dann ist die Steigung [math]m=2[/math].[br]Ist das Steigungsdreieck nur ein Drittel so hoch wie breit, dann ist die Steigung [math]m=\frac 13[/math].[br]Wenn Sie das nicht vor Augen haben, zeichnen Sie sich lineare Funktionen auf, mit den Steigungen [math]1[/math], [math]2[/math] und [math]\frac{1}{3}[/math]
Beim grafischen Ableiten kommt es in der Regel nicht auf sehr genaue Funktionswerte an. Der Funktionsgraf der Ableitungsfunktion soll qualitativ sinnvoll wiedergegeben werden. [br]Man sucht sich zuerst die [b]Extremstellen[/b] heraus, an denen die [b]Steigung[/b], also die [b]Ableitung[/b], leicht abzulesen ist. Denn das sind alle [b][color=#980000]Stellen mit der Steigung Null[/color][/b]. An diesen Stellen kann man schon einmal ein Kreuz auf der x-Achse machen. Dieses sind die [b]Nullstellen unserer Ableitungsfunktion[/b].
Dort, wo die Steigung Null ist, ist der Funktionswert unserer Ableitungsfunktion auch Null. Daher machen wir an diesen Stellen ein Kreuz auf der Abszisse.
Dann kann man zum Beispiel die [b]Wendepunkte[/b] ansehen, bei denen die Steigung [b][color=#980000]extrem steil (am steilsten)[/color][/b] oder [b][color=#980000]extrem flach (am flachsten)[/color][/b] ist. Hier können Tangenten eingezeichnet werden und die Steigung wird abgeschätzt wie oben beschrieben. An den Stellen, also den [math]x[/math]-Koordinaten, der Wendepunkte macht man dann ein Kreuz mit der abgeschätzten Steigung als [math]y[/math]-Koordinate. Diese Kreuze sind die Extrempunkte unserer Ableitungsfunktion.
Dort, wo die Steigung extrem ist, wird die Steigung abgeschätzt. Das Kreuz für unsere Ableitungsfunktion hat als y-Koordinate die geschätzte Steigung.
Man kann natürlich noch beliebig viel mehr Tangenten und Punkte der Ableitungsfunktion hinzufügen. Schließlich [b][color=#980000]verbindet man die Punkte mit einer glatten Linie[/color][/b].
Mit einer schön runden ununterbrochenen (stetigen) Linie werden die Punkte miteinander verbunden. Die grünen Kreuze bei den Wendestellen sind die Hoch- und die Tiefpunkte der Ableitungsfunktion.